Brüder-Grimm-Kulturzentrum
Wo die Brüder Grimm wieder auferstehen
Ein kommunikativ-interaktives Haus soll es werden, das Brüder-Grimm-Kulturzentrum, das in der heutigen Stadtbibliothek am Schlossplatz entstehen soll. In einem mehrjährigen Prozess, in den auch eine 40-köpfige Expertenkommission eingebunden ist, wurden die Inhalte des Brüder-Grimm-Kulturzentrums festgelegt. Man einigte sich darauf, fünf „Wissenssäulen" zu thematisieren: die Familie Grimm und ihr Leben in ihrer Geburtsstadt Hanau, ihr politisches Engagement, die berühmte Sammlung der Kinder- und Hausmärchen (explizit Märchen, die den Brüdern aus der „Maingegend" zugetragen wurden), ihre Leistungen auf dem Gebiet der deutschen Sprache und Grammatik sowie das Werk ihres Malerbruders Ludwig Emil Grimm. „Wir wollen kleine und große Besucher durch die Magie originaler Stücke, aber auch neuer Medien an das Leben und Wirken der Grimms heranführen", so Projektleiter Martin Hoppe. Er betont, dass es in dem Ausstellungs- und Veranstaltungshaus für alle Altersgruppen und auch Touristen viel zu sehen geben wird. „Wer allerdings Unterhaltung à la Disney erwartet, ist hier fehl am Platz", macht er klar. „Hier werden die Grimms wissenschaftlich fundiert mit modernen Mitteln der Zeit erlebbar."
Es sind regelmäßige Sonderausstellungen geplant, die einzelne Themenbereiche bis hin zu modernen Karikaturen als Verwandte der Zeichnungen von „Louis" Grimm präsentieren können. Dafür erarbeitet studio klv aus Berlin derzeit das konkrete inhaltliche Konzept.
Projekthistorie
Im Mai 2005 stellte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern örtlicher Vereine, Verbände und Parteien die Ideenskizze für ein Brüder Grimm-Kulturzentrum in Hanau vor.
Nach Auffassung von Kaminsky würde ein ansprechendes Ausstellungs- und Veranstaltungshaus zusammen mit dem Nationaldenkmal, dem Beginn der Deutschen Märchenstraße, den Märchenfestspielen, dem renommierten Literaturpreis und eigener Grimm-Sammlung das kulturelle Erbe Jacob, Wilhelm und Ludwig Emil Grimms in Hanau als Geburtsstadt entscheidend stärken. Es könnte sich unter anderem auch zu einem regionalen, überregionalen und internationalen Magnet für Städtetouristen entwickeln, Einzelhandel, Hotels und Gastronomie stärken sowie ein Kristallisationspunkt für bürgerschaftliches Engagement bilden. In erster Linie sollte es natürlich das Lebenswerk der wohl berühmtesten Söhne der Stadt in wissenschaftlicher, literarischer, politischer, gesellschaftlicher und künstlerischer Hinsicht umfassend würdigen und interaktiv präsentieren.
Nach mehreren ertragreichen Workshops und öffentlichen Hearings entwickelte eine über 30-köpfige Expertenkommission einen Zielkatalog für eine Konzept- und Machbarkeitsstudie Brüder Grimm-Kulturzentrum Hanau, der von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig am 29. Januar 2007 beschlossen wurde. Im März 2007 erfolgte eine Ausschreibung der Leistung "Durchführung einer Konzept- und Machbarkeitsstudie". Die Bewerbungen wurden von der Verwaltung, der ift GmbH und der Expertenkommission eingehend geprüft, drei Büros in die engere Wahl gefasst. Sie erhielten Gelegenheit, Ihre Angebote in der Expertenkommission noch einmal persönlich vorzustellen. Die Kommission empfahl im September 2007 mit sehr großer Mehrheit, den Auftrag an die Firma AWC AG / Köln zu vergeben. Der Magistrat folgte der Empfehlung im Oktober 2007. Eine Zwischenpräsentation der Ergebnisse der Untersuchungsphase I gab die AWC AG am 28. Februar 2008 in der Expertenkommission (Grundlagenermittlung, Konzeptentwicklung für drei Varianten). Die Untersuchungsphase II (Standortanforderungen, technische und wirtschaftliche Machbarkeit, Träger- und Betreibermodelle) dauerte bis Ende Mai 2008. Die Ergebnisse der Studie wurden am 2. Juni 2008 der Expertenkommission und am 23. Juni 2008 dem Magistrat vorgestellt. Am 27. August 2008 fand ein öffentliches Bürgerforum zum Thema "Brüder Grimm-Kulturzentrum Hanau" im Congress Park Hanau statt, an dem Oberbürgermeister Kaminsky und Vertreter/innen der AWC AG die Studienergebnisse ausführlich darstellten.
Das Brüder Grimm-Kulturzentrum Hanau wurde schließlich Mitte 2008 als Pflichtaufgabe in die europaweite Ausschreibung des Wettbewerblichen Dialogs für die Gestaltung der Hanauer Innenstadt aufgenommen. Konkrete Vorschläge der verbliebenen vier Investoren wurden in einer öffentlichen Veranstaltung am letzten März-Wochenende 2009 im Congress Park Hanau vorgestellt. Rund 3.500 Besucher/innen informierten sich über die Pläne der Bieter ECE, HBB, MAB und 3w. Nach diversen Abschichtungsentscheidungen wurde am 25. Mai 2010 Bieter HBB als Sieger des Verfahrens vom Magistrat der Stadt Hanau vorgestellt. Sein Vorschlag, das Brüder-Grimm-Kulturzentrum im ehemaligen Regierungsgebäude am Schlossplatz mit modernen Anbauten zu realisieren, wurde als der beste der eingereichten Entwürfe bewertet und wird nun weiterverfolgt. Seit Herbst 2010 erarbeitet studio klv Berlin ein auf das Gebäudeensemble am Schlossplatz zugeschnittenes inhaltliches Betreiberkonzept.
Quelle: www.hanau.de

