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Weitere Auswahlentscheidung steht unmittelbar bevor

Magistrat erhält Ergebnis der Beirats-Bewertung

Hanau, 5. Juni 2009 - Beim wettbewerblichen Dialog steht erneut eine wichtige Entscheidung an: Am 15. Juni 2009 beschließt der Magistrat auf Grundlage der bekannt gemachten Bewertungsmatrix, welche der vier Bieter, die sich noch im Auswahlverfahren um die Neugestaltung der Hanauer Innenstadt befinden, in die nächste Dialogphase kommen werden. Dabei haben Vertreter der Hanauer Bürgerschaft eine beratende Funktion: Gestern Abend (4. Juni 2009) hat der Beirat Wettbewerblicher Dialog die Entwürfe der vier Bewerber begutachtet und bewertet. Die Mitglieder des 130-köpfigen Beirats beurteilten im Congress Park Hanau, inwiefern die Konzepte der Bewerber Antworten auf wichtige städtebauliche Fragestellungen bieten. Dafür wurden aus der umfangreichen Bewertungsmatrix zentrale Themenfelder herausgegriffen: "Einzelhandel", "Freiheitsplatz", "Kultur und Freizeit", "Mobilität" sowie "Wohnen" und "Neustädter Markt".

"Ich habe großen Respekt vor der Leistung des Beirats", sagt Martin Bieberle, Leiter Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice der Stadt Hanau, denn: "Mit hoher Intensität haben sich die Beiratsmitglieder mit den Entwürfen der internationalen Investoren und Stadtplaner beschäftigt. Und das haben die Planungen der Investoren auch verdient, die sich mit gleicher Professionalität und großem Engagement mit unserer Stadt auseinandergesetzt haben."

Der Beirat hat die Entwürfe der Bewerber in den verschiedenen Kategorien bewertet. Das Ergebnis der Beiratsmeinung wurde am gestrigen Abend nicht veröffentlich. "Das ist den strengen Regeln des Verfahrens wettbewerblicher Dialog geschuldet", sagt Bieberle. Ein erster Schulterblick auf die Ergebnisse aber zeige, dass die Beiratsmitglieder mit dem gewählten Verfahren wettbewerblicher Dialog grundsätzlich einverstanden seien. "Keines der vier noch im Rennen befindlichen Konzepte wurde vom Beirat als nicht realisierbar erachtet. Natürlich gab es bei den einzelnen Beiratsmitgliedern Favoriten, unterschiedliche Konzepte wurden differenziert bewertet", sagt Bieberle.

Punktesystem in Relation zur Gesamt-Bewertungsmatrix

Für die Vorbereitung der Auswahlentscheidung lagen dem Beirat Fragestellungen aus zentralen Themenbereichen vor. So konnte beispielsweise im Themenbereich "Einzelhandel" unter anderem bewertet werden, inwieweit sich der Lösungsvorschlag eines Investors mit dem bereits vorhandenen innerstädtischen Einzelhandelsangebot verträgt, ob das Konzept einen sinnvollen "Einkaufs-Rundweg" für Passanten ergibt oder inwieweit die geplante Erweiterung des Angebots dazu beitragen wird, Hanau nachhaltig im regionalen Wettbewerb zu positionieren. Beim Themenfeld "Freiheitsplatz" ging es etwa darum, inwiefern die Verbindungsfunktion des Platzes zwischen Alt- und Neustadt erfüllt wird oder wie flexibel die Nutzungsmöglichkeiten des Platzes sein werden.

Martin Bieberle erläutert die Methodik: "Jedes einzelne Beiratsmitglied hat dabei jeden der vier Bewerber nach verschiedenen Fragestellung bewertet. Wir können nun den Magistrat darüber informieren, welche Lösungsansätze von den Mitgliedern des Beirats favorisiert werden."

Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont: "Die letztendliche Entscheidung trifft der Magistrat." Die Bewertungen der Lösungsvorschläge durch den Beirat werden dem Magistrat vorgelegt und als Impulsgeber berücksichtigt.

Wie geht es jetzt weiter mit dem wettbewerblichen Dialog

Heute tagt das Dialogteam, bestehend aus Vertretern der Fraktionen, des Regierungspräsidiums, dem Planungsverband und verschiedenen Fachbereichen der Stadt Hanau. Auch hier werden die Entwürfe begutachtet und bewertet. Am kommenden Montag geht der Magistrat in Klausur, beschäftigt sich intensiv mit den Entwürfen und auch den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des wettbewerblichen Dialogs. Hier fließen auch die Ergebnisse der Beiratssitzung, des Dialogteams und des Projektteams ein. Das Projektteam, bestehend aus Vertretern der Stadt Hanau und beratenden Experten, hat bereits bei einer zweitägigen Klausur in dieser Woche die Entwürfe für sich bewertet.

"All diese Bewertungen sind der Resonanzboden für die Auswahlentscheidung des Magistrats", sagt OB Claus Kaminsky, und weiter: "Die anstehende Auswahlentscheidung ist nicht leicht. Jeder Entwurf zeichnet sich durch eine sehr hohe Qualität aus und wäre es wert, in die nächste Dialogphase einzutreten." Deshalb gehe die Stadt mit entsprechend großer Seriosität und hohem Aufwand an die Prüfung der Entwürfe heran. "Die Investoren haben bei der Ausarbeitung ihrer Konzepte ein über die Maßen großes Engagement gezeigt. Daher ist es für uns selbstverständlich und auch verpflichtend, dass wir diese Konzepte entsprechend wertschätzen und bei der Prüfung ein ebensolch großes Engagement an den Tag legen", sagt Kaminsky.

Eine äußerst komplexe Bewertungsmatrix ist die Grundlage für die kommende Auswahlentscheidung. Neben inhaltlichen Kriterien und Anforderungen berücksichtigt sie auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen. In der zweitägigen Klausurtagung hat das Projektteam zentrale Themenfelder aus der Bewertungsmatrix extrahiert. Anhand dieser Themenfelder erarbeiteten die Beiratsmitglieder in verschiedenen Workshops ihre Beurteilung der Konzepte.

Im Rennen um die Neugestaltung der Hanauer Innenstadt befinden sich die Investoren 3W / ING Real Estate Germany, ECE Projektmanagement, HBB Gewerbebau sowie MAB Development. Am 15. Juni entscheidet der Magistrat darüber, welche dieser Investoren weiterhin am Verfahren des wettbewerblichen Dialogs teilnehmen werden.

Carl Edward Günther (Bauprojekt Hanau GmbH), gemeinsam mit Martin Bieberle Leiter des Projektes wettbewerblicher Dialog erklärt das weitere Vorgehen: "Die verbleibenden Bewerber werden in Vertiefungsworkshops mit dem Projektteam verschiedene Themenbereiche nochmals intensiv bearbeiten, bevor es in die Angebotsphase geht. Diese wird im Herbst starten."