Magistrat leitet nächste Phase ein
Hanau, 4. Mai 2009 - Vertragliche Umsetzung, Verkehrsplanung, Realisierungsstrukturen, Wirtschaftlichkeits-berechnungen, Beiratssitzungen - Intensität und Detailtiefe des wettbewerblichen Dialog nehmen immer mehr zu . Bereits die vergangenen Wochen waren geprägt von intensiver Arbeit der Expertenteams: Die städtebaulichen Entwürfe wurden anhand der Bewertungsmatrix beurteilt, die Realisierbarkeit wurde geprüft und die wirtschaftliche und rechtliche Bewertung vorbereitet. In Gesprächen mit Interessengruppen und auf Wirtschafts- und Expertenforen sowie anhand der Reaktionen auf die öffentliche Präsentation der Entwürfe konnten Anregungen aus der Öffentlichkeit aufgenommen werden. Heute hat der Magistrat die weitere Maßnahmenplanung für den wettbewerblichen Dialog verabschiedet. Es ist nunmehr vorgesehen, am 15. Juni 2009 eine Auswahlentscheidung zu treffen und festzulegen, welche Bewerber um die Neugestaltung der Hanauer Innenstadt im Rennen bleiben und in die nächste Dialogphase eintreten.
"Das wesentliche Merkmal des wettbewerblichen Dialogs ist, dass das Verfahren in seinem Verlauf immer mehr an Detailtiefe gewinnt", erläutert Oberbürgermeister Claus Kaminsky. "Die Stadt kann im Laufe des Verfahrens immer besser beurteilen, welche Entwürfe die Anforderungen in jeder Hinsicht am besten erfüllen werden." Am heutigen Montag (4. Mai 2009) hat der Magistrat über den weiteren Maßnahmenplan des wettbewerblichen Dialogs entschieden. Wichtiges Ziel: Am 15. Juni 2009 wird er die nächste wichtige Auswahlentscheidung treffen: Welche Bewerber bleiben im Rennen, welche scheiden an dieser Stelle aus dem Verfahren aus? Diese Entscheidung wird unter Beteiligung der 130 Mitglieder des Beirats wettbewerblicher Dialog vorbereitet: Im Vorfeld der Entscheidung findet am 4. Juni eine Klausurtagung der rund 130 Beiratsmitglieder statt. Der Beirat setzt sich zusammen aus Vertretern von Politik, Kultur und Wirtschaft, von Vereinen, Interessengemeinschaften und gemeinnützigen Institutionen. Er stellt damit einen repräsentativen Querschnitt der Hanauer Bürgerschaft dar.
Vorbereitung der nächsten Dialogphase
Die Auswahlentscheidung beruht auf der den Bietern vorab bekannt gegebenen Bewertungsmatrix. Sie wird dementsprechend auch die von den Bietern vorzulegenden genaueren Wirtschaftlichkeitsberechnungen berücksichtigen. Die im Rennen verbleibenden Investoren treten dann in die nächste Dialogphase ein. In dieser Phase wird intensiv über wirtschaftliche und vertragliche Realisierungsstrukturen ergebnisorientiert verhandelt. Zur Vorbereitung dieser Dialogphase werden Details der geplanten Neugestaltungenintensiv geprüft: Raumprogramme des Brüder-Grimm-Kulturzentrums und der Stadtbibliothek, Wohnbebauung, Eigentumsverhältnisse und Verkehrsführung. "Alle für die Abschichtungsentscheidung notwendigen Planungsunterlagen wie Lagepläne, Grundrisse, Ansichten, Schnitte im Maßstab 1:200 sowie perspektivische Darstellungen liegen bereits vor", so der OB. Im Herbst dieses Jahres soll dann die Entscheidung darüber fallen, welcher Investor den Zuschlag bekommt.
Intensive Prüfung der Entwürfe nach Wirtschaftlichkeitskriterien
Vor der Entscheidung arbeiten Magistrat und Projektteam intensiv an der detaillierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. "Die anspruchsvolle Aufgabe besteht dabei darin, die unterschiedlichen Lösungsvorschläge der Bewerber im Hinblick auf die wirtschaftlichen Auswirkugnen für die Stadt vergleichend zu bewerten", erklärt Carl Edward Günther von der Bauprojekt Hanau GmbH. "Als kompetente Berater stehen uns dabei die Experten der NH ProjektStadt der Nassauischen Heimstätte zur Seite." Das Investitionsvolumen für die Neugestaltung der Innenstadt ist mit einem dreistelligen Millionenbetrag zu beziffern. Seitens der Stadt sind für die kommenden Jahre Investitionen in die öffentlichen Gebäude und die Infrastruktur vorgesehen. geplant,. "Diesem Investitionsbedarf gegenzurechnen sind natürlich Erträge aus Grundstücksverkäufen ", so Günther. "Und selbstverständlich werden auch die anfallenden Folgekosten, zum Beispiel für die neue Bibliothek oder das Brüder-Grimm-Kulturzentrum, berücksichtigt."
Öffentliche Diskussionen
Am 7. Mai 2009 lädt die Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) zu einer Bürgerversammlung ein, der Fokus der Podiumsdiskussion wird auf den Auswirkungen der Umgestaltung des Freiheitsplatzes liegen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Martin Bieberle, Leiter Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice der Stadt Hanau, und Werner Bayer von der IGHA diskutieren u. a. mit Jörg Plieschke, City-Manager der Stadtinitiative Heilbronn und Prof. Rudolf Scheuvens von der Technischen Universität Wien über Vor- und Nachteile der eingereichten Vorschläge zur Neugestaltung sowie die zukünftige Bedeutung dieses zentralen Platzes.
Bereits die vergangenen Wochen waren geprägt von intensiven Diskussionen in der breiten Öffentlichkeit. Stadtentwickler Martin Bieberle hat Gespräche geführt, offene Fragen geklärt, Hintergründe erläutert. "Bei einem so bedeutenden Projekt wie dem wettbewerblichen Dialog haben die unterschiedlichen Gruppen ein Recht darauf, im Detail zu erfahren, wie ihre Interessen im Zuge des Verfahrens gewahrt bleiben", so Bieberle.
Vor einigen Tagen stellte Bieberle den wettbewerblichen Dialog und den aktuellen Stand der Entwicklung bei der BARBIZZ vor, der Kommunikationsplattform für Unternehmer und Beweger in Hanau. Rund 100 Gäste aus der regionalen Wirtschaft diskutierten mit dem Stadtentwickler die eingereichten Vorschläge. Zuvor hatten sich Experten des öffentlichen Nahverkehrs in einem Verkehrsworkshop nochmals mit den Investorenvorschlägen beschäftigt.
Interesse der Allgemeinheit steht über Einzelinteressen
"Jede Entscheidung zur Stadtentwicklung wird naturgemäß kontrovers diskutiert", sagt OB Claus Kaminsky. Daher gäbe es bei einem solch weitreichenden und einschneidenden Projekt wie dem wettbewerblichen Dialog auch kritische Stimmen. Kaminsky: "Dabei muss man unterscheiden zwischen Kritik, die aus Einzelinteressen rührt, und Kritikern, die eine grundsätzliche andere Auffassung von Stadtentwicklung haben. So wichtig es ist, einzelne Interessen zu kennen, um sie gegebenenfalls berücksichtigen zu können, so müssen sie doch dem Interesse der Allgemeinheit untergeordnet werden. Meine Einschätzung jedenfalls ist. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Hanau will klare Entscheidungen und Positionierungen."
Für den OB und den Magistrat ist somit klar: "Wir sind überzeugt, dass der wettbewerbliche Dialog der richtige Weg ist, Hanau in eine attraktive und lebenswerte Zukunft zu führen. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich seinerzeit aus gutem Grund für dieses innovative Verfahren entschieden. Unsere Aufgabe ist es nun, das Verfahren wie geplant voranzutreiben."
Überregionale Aufmerksamkeit
Die überregionale Debatte zum wettbewerblichen Dialog nimmt deutlich zu. Positive Rückmeldungen von Investoren, von anderen Städten und auch seitens der Medien zeigen, dass die Aufmerksamkeit hinsichtlich des Verfahrensverlaufs steigt. Kaminsky sieht darin einen deutlichen Beleg für den angestrebten Imagetransfer des Verfahrens auf die Stadt.


