Es geht los auf dem Freiheitsplatz

Kanalbauarbeiten als Startschuss für die Großbaustelle

Hanau, 28. Oktober 2011 - Für Außenstehende mag es aussehen wie eine gewöhnliche Kanalsanierung - für die Hanauer Bürgerinnen und Bürger ist es jedoch viel mehr, nämlich das unübersehbare Zeichen dafür, dass es am Freiheitsplatz jetzt wirklich losgeht. „Die Bagger, die übernächste Woche auf den Freiheitsplatz rollen, werden hoffentlich auch jene Skeptiker überzeugen, die bisher davon sprachen, dass der geplante Stadtumbau in seiner Größe ohnehin nur Politikerwunschdenken war." Nach den Worten von Oberbürgermeister Claus Kaminsky sind die Tiefbauarbeiten des Eigenbetriebs Hanau Verkehr und Entsorgung (HVE) an der Nordseite des Freiheitsplatzes ein wichtiges Signal, dass „wir wahr machen, was bisher nur auf dem Papier zu sehen war".

 

Auch beim Hamburger Investor HBB freut man sich, dass mit der Kanalverlegung quasi der erste „kleine Startschuss" für das Projekt gegeben wird. Nach den Worten von HBB-Geschäftsführer Harald Ortner zeigt sich hier einmal mehr die gute und reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Dass die vorbereitenden Arbeiten jetzt so zügig angegangen werden, stimmt uns optimistisch für die bevorstehende Bauzeit."

 

Rund 90 Meter des Kanals verlaufen derzeit vier Meter unter dem heutigen Parkplatz und müssen neu verlegt werden, bevor die Baugrube für die künftige Tiefgarage des Einkaufszentrums ausgehoben werden kann. Die Rohre sollen künftig unter der heutigen Straße „Am Freiheitsplatz" verlaufen. Da diese Bauarbeiten eine veränderte Linienführung der Busse aus der Hospitalstraße über die verlängerte Hammerstraße und entlang der Südseite des Freiheitsplatzes erfordern, muss der Schwanenbrunnen weichen, bevor es losgehen kann. Bis ein neuer Platz für das beliebte Kunstwerk gefunden ist, wird es fachgerecht eingelagert. Der Individualverkehr wird schon am Frankfurter Tor Richtung Innenstadt umgeleitet.

Diese erste Bauphase, die auch die Verlegung weiterer Leitungen der Stadtwerke und anderer Netzdienste umfasst, soll nach Angaben der Planer bis Mai 2012 abgeschlossen sein. Sie wird Anwohnern und Einzelhandel auch einen ersten Vorgeschmack auf die weniger angenehmen Begleiterscheinungen der Großbaustelle geben, die ab Frühjahr 2012 auf dem Freiheitsplatz entstehen wird. Denn die Sperrung der Straße „Im Bangert", der Rückbau des Parkstreifens und des Radwegs an der nördlichen Seite des Freiheitslatzes zugunsten einer provisorischen Fahrspur oder auch eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten zu den Grundstücken sind neben Lärm- und Staubbelastungen unvermeidliche Behinderungen, die mit der Kanalerneuerung einhergehen.

Dass die zu erwartenden Erschwernisse für alle Betroffenen jedoch nur ein kleiner Preis sind für das, was für die gesamte Stadt mit der Neugestaltung der Innenstadt erreicht wird, davon ist Oberbürgermeister Claus Kaminsky ebenso überzeugt wie der Leiter der Hanauer Stadtentwicklung Martin Bieberle. Schon heute, so der OB, seien die positiven Konsequenzen, die sich im Fahrwasser des von einem breiten Konsens getragenen Innenstadtumbaus ergeben, unübersehbar. Der Imagegewinn für Hanau lässt sich nach seinen Worten inzwischen sogar in Zahlen ausdrücken. „In der Zeit zwischen August 2010 bis 2011 ist die Stadt um 902 Bürger größer geworden. Parallel dazu weisen die Statistiken 1.865 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr aus - eine solche Steigerung bei den Arbeitsplätzen gab es in den letzten 30 Jahren nicht."

Mit den Bauarbeiten im November werden erste Vorarbeiten für dass Großprojekt auf dem Freiheitsplatz eingeleitet, die bereits jetzt unabhängig vom Stand des Bebauungsplanverfahrens begonnen werden können. Ziel der Stadt ist dabei, durch das Entzerren der vorbereitenden Maßnahmen einen möglichst störungsarmen Verlauf der später folgenden Bauarbeiten sicherzustellen, was andererseits aber die Baustelle in Teilbereichen des Freiheitsplatzes vor Weihnachten unvermeidlich machte.

Zeitgleich zu den im November beginnenden Kanalbauarbeiten läuft die sogenannte „Baureifmachung", die zur Übergabe des Grundstücks an den Investor HBB nach dem Kaufvertrag erforderlich ist. Dahinter verbirgt sich die Demontage von der Papierkörben, Geländern und Pavillons auf dem Freiheitsplatz ebenso wie der Rückschnitt und die Fällung der Bäume, die bis zum 1. März abgeschlossen muss. Weitere Schritte, die sich direkt anschließen, sind - soweit der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan dann gefasst ist - die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Karstadt-Barthel-Komplex, die bis Mai 2012 beendet sein sollen. Parallel dazu beginnen im März 2012 die Archäologen mit ihren Untersuchungen. Im Juli 2012 könnte dann schließlich das Einkaufszentrum endlich selbst Gestalt annehmen, wenn mit dem Aushub für die Tiefgarage auch das Fundament für die neuen Bauten gelegt wird.

Es ist geplant, bis zum Jahresende die Bauleitplanung abzuschließen. Derzeit befassen sich die städtischen Fachämter mit den Anregungen, die im Rahmen der Offenlegung des Bebauungsplans für die Neugestaltung des Freiheitsplatzes eingegangen sind. „In Anzahl und Inhalt der Anregungen spiegelt sich die breite Zustimmung zur Freiheitsplatzbebauung wider, die wiederum ein Ergebnis unserer transparenten und offenen Informationspolitik ist," so Bieberle. Bis zur entscheidenden Sitzung der Stadtverordneten im Dezember werde jede einzelne dieser Einwendung professionell und fundiert abgearbeitet.

Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929