Stadtverordnete bestätigen Sieg von HBB im Wettbewerblichen Dialog
Empfehlung des Magistrats nahezu einstimmig aufgegriffen / Arbeitsgespräche zur Realisierung des HBB-Entwurfs starten schon morgen / Öffentliche Präsentation der weiteren Planungen zum Ende des Jahres


Hanau, 31. Mai 2010 - Der Wettbewerbliche Dialog hat sein wichtigstes Ziel erreicht: Der Investor für die Umgestaltung der Hanauer Innenstadt ist endgültig ausgewählt. Bei der heutigen Stadtverordnetenversammlung gaben nahezu alle Stadtverordneten ihre Stimme dem Lübecker Unternehmen HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH. Sie folgten damit der Empfehlung des Magistrats, der sich bereits vergangene Woche für HBB ausgesprochen hatte, und bestätigten dessen Entscheidung. Die Fraktionsvorsitzenden nahezu aller Parteien sind sich einig, dass mit dieser Entscheidung die Zukunft für Hanau endlich beginnen könne. „Wir sind sehr froh, dass der Sieger nun unumstößlich feststeht", erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. „Zwei Jahren harter Arbeit, intensiver Verhandlungen und Diskussionen haben zu einem Ergebnis geführt, wie es besser für unsere Stadt nicht sein könnte."
In die finale Entscheidung für HBB flossen sowohl rechtliche als auch wirtschaftliche Aspekte ein; die städtebauliche Qualität beider Entwürfe stand außer Frage. „HBB konnte die Stadtverordneten letztendlich mit einem ökonomisch und vertraglich vorteilhafteren Angebot überzeugen als der Mitbewerber 3W/ING", fasst Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Scheuermann die heutige Versammlung zusammen. „Dabei fiel die Wahl nicht leicht, bewegten sich die Entwürfe beider Investoren doch auf einem unglaublich hohen Niveau. Aber es konnte nur einen Sieger geben. Mit HBB haben wir mit Sicherheit den perfekten Partner für unsere Stadt gefunden." Der OB dankte den Stadtverordneten für ihre „weise und doch einzig richtige" Entscheidung.
Schon morgen werden Vertreter von Stadt und HBB in Arbeitsgespräche einsteigen. Zu Beginn wird es vorrangig um die Vorbereitung des Bebauungsplanverfahrens gehen. Über einen Antrag von HBB zur Einleitung eines Verfahrens für eine vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf dem Freiheitsplatz wird die Stadtverordnetenversammlung Ende Juni entscheiden. Zudem werden in den kommenden Wochen und Monaten in zahlreichen Sitzungen der entsprechenden Gremien - immer in Zusammenarbeit mit HBB - archäologische und nachbarschaftsrechtliche Fragestellungen geklärt werden. „Wir haben großen Respekt vor der Aufgabe, vor der wir nun stehen", sagt Kaminsky. „Jetzt werden wir ganz konkret mit der Umgestaltung der Innenstadt beginnen, jetzt geht es erst richtig los." Er sei sich darüber im Klaren, dass die Realisierung des Konzepts manchmal schwer werden würde und es dabei sicher zu dem ein oder anderen Problem kommen werde. „Wir sind aber überzeugt davon, zusammen mit HBB alle auftretenden Schwierigkeiten beseitigen zu können. Schon in den vergangenen Gesprächen und Verhandlungen konnten wir feststellen, dass das Unternehmen sehr lösungsorientiert denkt und dank zahlreicher Expertisen über ein enormes Know-how in der Stadtentwicklung mit all ihren Belangen verfügt."
Parallel wird die Stadt beim Regierungspräsidium die erforderliche Genehmigung für das Vertragswerk beantragen. OB Kaminsky ist sehr zuversichtlich, dass es gelingen wird, das Regierungspräsidium von den Vorteilen des Vertragswerkes für die Stadt Hanau zu überzeugen.
Neben internen Gesprächen zwischen Stadt und Investor werden ebenfalls die Hanauer Bürgerinnen und Bürger in die weitere Entwicklung des Projekts involviert. So sollen in Kooperation mit dem Fachbereich Jugend, Familie und Senioren Aktivitäten ins Leben gerufen werden, die auch Kinder an der Stadtentwicklung beteiligen. Für Erwachsene wird es in den Sommerferien eine große Fotoaktion geben. Bei der Umsetzung des Konzepts wird ein Schwerpunkt darauf liegen, auch die „märchenhafte" Seite der Stadt zu betonen, also einen Bezug zu den Brüdern Grimm zu schaffen. Zudem sollen Relikte aus alten Zeiten rekonstruiert und damit im Stadtbild wieder zu entdecken sein.
Das Ergebnis all dieser Planungen wird den Bürgern der Stadt Ende dieses Jahres bei einer großen, öffentlichen Präsentation vorgestellt. Jeder Einwohner ist dazu eingeladen, sich dann ein detailliertes Bild davon zu machen, wie seine Stadt in Zukunft aussehen wird.
Die finale Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung kommentieren die Fraktionsvorsitzenden der einzelnen Rathaus-Parteien so:
Cornelia Gasche, Vorsitzende der SPD-Fraktion Hanau:
„Wir werden die Hanauer Innenstadt gemeinsam mit HBB ganzheitlich entwickeln. Die heutige Entscheidung am Ende eines beeindruckenden Prozesses trägt etwas bedeutend Neues in sich: Wir beenden die Ideenphase und treten in die Umsetzung ein! Erstmals seit Jahrzehnten wird tatsächlich ein Grundstein gelegt werden. Und das ist der herausragende Aspekt des heutigen Tages und ein herausragender Moment für unsere Stadt."
Dieter Hog, Fraktionsvorsitzender CDU Hanau:
„Trotz finanzieller Notlage ist der WeDi die einmalige Chance, den Stadtumbau zu schaffen und Hanau attraktiver zu machen. Die Zukunft wird zeigen, ob die Entscheidung richtig war. Wir sind sicher, HBB ist der richtige Partner für uns. Die CDU-Fraktion sieht sich aber auch als Wächter bei diesem Projekt. Klug durchgeführt, wird es unsere Stadt reizvoll machen für Bürger, für Touristen und als Einkaufsstadt."
Ursula Schäfer, Partei- und Fraktionsvorsitzende des FDP-Stadtverbandes Hanau:
„Der städtebauliche Entwurf und das Vertragsangebot von HBB erfüllen die in der Projektbeschreibung des WeDi von der Stadt Hanau vorgegebenen Qualitätsmerkmale mit einer Realisierungsbreite und -verbindlichkeit, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht unbedingt zu erwarten war. Hanau wird nach Überzeugung der FDP damit aus seiner Innenstadt heraus insgesamt einen Entwicklungsschub erleben."
Oliver Rehbein, Fraktionsvorsitzender Wählergemeinschaft „Bürger für Hanau" - BfH:
„Tradition zu bewahren bedeutet nicht, mit allen Mitteln das Feuer zu schüren, sondern die Flamme weiter zu geben! Die heutige Zustimmung bedeutet nicht nur das Ende der Angebotsphase, sondern den Beginn einer Zukunft, die ohne die mutige, ehrliche und faire Politik des Kleeblattbündnisses so nicht möglich gewesen wäre. Wir von der BfH stehen zu diesem Bündnis und wir stehen auch für die Zukunft unserer Stadt!"
Wulf Hilbig, Fraktionsvorsitzender Die Grünen im Hanauer Rathaus:
„Nach intensiven Diskussionen in der Fraktion und dem Ortsverband kamen die Hanauer Grünen zu der Entscheidung, dass ihr Favorit 3W/ING ein für die Stadt Hanau nicht akzeptables Angebot vorgelegt hatte. Man werde mit dem Investor HBB, für eine ökologische Stadtgestaltung streiten und die Fällung der Bäume auf dem Freiheitsplatz nicht akzeptieren. Die Grünen werden daher bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für den Freiheitsplatz für den Erhalt des wertvollen Baumbestandes kämpfen."
Jochen Dohn, Fraktionsvorsitzender Die Linke:
„DIE LINKE steht für einen begrünten Freiheitsplatz, einen modernen Busbahnhof, eine angemessene Bibliothek und die Sanierung der Häuser in der Französischen Allee. Der WeDi war nicht der Weisheit letzter Schluss. Bürgerbeteiligung mit politischer Entscheidung wäre möglich gewesen. Die künftige Generation muss urteilen, ob eine hoch verschuldete Stadt Verträge über 30 bzw. 50 Jahre hätte eingehen dürfen."
Bert-Rüdiger Förster, Fraktionsvorsitzender Republikaner:
„Wir, die Republikaner, haben vom Start Frühjahr 2008 bis zur Entscheidung am 25. Mai in den zahlreichen ¬Sitzungen verschiedener Gremien die Informationen über den jeweiligen Stand aufgesogen, bewertet und zumeist für gut befunden. Wir haben auf das richtige Pferd gesetzt, das da heißt: HBB und haben Respekt vor dem Mut dieses Familienunternehmens, so viel Geld in die Hand zu nehmen, um Hanau nachhaltig besser zu gestalten."
Fotoaktion für Hanauerinnen und Hanauer
Große Fotoaktion „Lieblingsplätze und -straßen im Urlaub"
Ein Stadtbild lebt nicht nur von Gebäuden und Einrichtungen, sondern auch von gestalterischen Details. Sie erst machen die Schönheit eines Platzes und des öffentlichen Straßenraums aus. Die Stadt Hanau ruft ihre Bürgerinnen und Bürger dazu auf, in den Ferien - an ihren Urlaubsorten - Plätze und Straßen zu fotografieren, die ihnen besonders gut gefallen. So können die Städteplaner ein Gefühl dafür bekommen, was die Hanauer mögen, in welchem Umfeld sie sich wohl fühlen: Die Vorlieben der Bürger können in die Architektur ihrer Stadt einfließen.
Fotos von Plätzen und Straßen bitte per E-Mail an:
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Einsendeschluss ist nach dem Ende der Sommerferien
am 22. August 2010.
Der Wettbewerbliche Dialog:
Im Mittelpunkt des Wettbewerblichen Dialogs steht die nachhaltige Innenstadtentwicklung Hanaus - mittels eines Vergabeverfahrens, das den kreativen Planungsprozess und die Realisierung zusammenbringt. Grundlage für den Dialog ist eine räumliche und zugleich inhaltliche Definition der Stadtentwicklungsziele, die in der Ausschreibung für alle Wettbewerbsteilnehmer abgebildet sind. Dabei gilt es, neben der Entwicklung von Einzelhandelsflächen in der Innenstadt weitere innenstadtrelevante Fragestellungen zukunftsorientiert zu lösen.

