HBB gewinnt Wettbewerblichen Dialog
Nach intensiver Prüfung der Verträge und Angebote:
Magistrat entscheidet einstimmig

Hanau, 25. Mai 2010 - Der Magistrat hat den Sieger im Wettbewerblichen Dialog bestimmt: In der heutigen Klausur votierten die Magistratsmitglieder einstimmig dafür, die HBB-Unternehmensgruppe aus Lübeck mit der Umgestaltung der Hanauer Innenstadt zu beauftragen. Der Beschluss wird nun als Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung weitergegeben; diese wird am 31. Mai die finale Entscheidung für einen der Investoren treffen, die sich um den Stadtentwicklungsauftrag beworben hatten. Der Magistrat sieht im Konzept der HBB wirtschaftliche Vorteile und ein vorteilhafteres Vertragsangebot für Hanau als beim Mitbewerber 3W/ING.
"Es ist geschafft!" freut sich Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. "Nach 23 Monaten, also knapp zwei Jahren harter Arbeit, haben wir nun einen Investor benannt, der gemeinsam mit uns der Stadt ein neues Gesicht geben soll. Der Wettbewerbliche Dialog hat sich dabei hervorragend bewährt " über dieses Verfahren haben wir mit HBB einen Investor gefunden, der kreativ und zugleich wirtschaftlich sinnvoll in Hanaus Zukunft investieren wird." Zwischen den beiden Investoren, die sich bei dieser Phase des Wettbewerblichen Dialogs noch im Verfahren befunden haben, hätte es ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben, so der OB. Beide Konzepte seien von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung für städtebaulich sinnvoll und realisierbar befunden worden. "Den Ausschlag haben letztendlich die eingereichten Angebote gegeben", erklärt Kaminsky. "Im Vordergrund der jetzigen Entscheidung standen diejenigen wirtschaftlichen und rechtlichen Eckdaten, die der Stadt größtmögliche Sicherheit bei der Projektumsetzung gewährleisten."
Grundlage für die Magistratsentscheidung waren die Angebote und Verträge der beiden Bewerber HBB und 3W/ING, die am 10. Mai bei der Stadt eingegangen waren. Die internen und externen Experten des Projektteams hatten die eingereichten Unterlagen auf Herz und Nieren geprüft, jeden Buchstaben, jeden Punkt und jede Ziffer genaustens analysiert. Zur Vorbereitung der Entscheidung erläuterte Rechtsanwalt Dr. Olaf Otting von der Kanzlei Gleiss Lutz die rechtliche Bewertung der Verträge. Von der NH ProjektStadt kam die wirtschaftliche Analyse der Angebote, die ein Team unter der Leitung von Marion Schmitz-Stattfeld nach der Kapitalwertmethode intensiv geprüft und beurteilt hatte. Martin Bieberle, Leiter Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice, fasste beide Ausarbeitungen für die Magistratsmitglieder dann noch einmal zusammen.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist sich sicher, dass die Stadt mit keinem anderen Verfahren ein Unternehmen hätte finden können, das mit seinem Konzept den Anforderungen und Vorgaben der Stadt auf dem hohen Niveau entsprochen hätte, wie es bei HBB der Fall sei. "Von Anfang an ging es immer um eine ganzheitliche Stadtentwicklung und nicht nur um den Bau eines neuen Einkaufszentrums", erläutert Kaminsky. "Der Wettbewerbliche Dialog hat diese auf Zukunft angelegte Stadtentwicklung erst möglich gemacht, so dass wir nun ein Konzept realisieren können, bei dem die Lebensbereiche Arbeiten, Wohnen, Kultur und Erholung in unserer Innenstadt gleichberechtigt nebeneinander bestehen können und werden." In diesem Zusammenhang dankte der OB allen Investoren, die sich in den vergangenen Monaten so intensiv mit Hanau auseinandergesetzthatten. "Alle Bewerber haben ein Höchstmaß an Professionalität und Qualität an den Tag gelegt", stellt Kaminsky fest. "Dafür danke ich allen Investoren ausdrücklich und sehr herzlich." Bei jedem Konzept sei eine enorm starke Identifikation mit Hanau, mit seiner Historie und seinen Bedürfnissen für die Zukunft spürbar gewesen. "Aber am Ende ist eben das Bessere der Feind des Guten."
Der Bedeutung dieses Projekts angemessen hätten alle Beteiligten sehr viel Zeit in den Wettbewerblichen Dialog investiert, so Kaminsky weiter. "Vor und während des Verfahrens haben wir Wochen und Monate tage- und teilweise nächtelang getagt, verhandelt und gerungen. Nun steht der beste Partner für Hanaus Stadtentwicklung endlich fest - was uns mit großer Freude, aber auch sehr großem Ehrgeiz erfüllt, die Realisierung des Projekts planmäßig und zügig voranzutreiben."
Unmittelbar nach der Magistratsentscheidung informierte das Projektteam das Präsidium und die Vorsitzenden der Ausschüsse. Im Anschluss waren die Fraktionen des Hanauer Stadtparlaments eingeladen, um sich die Entscheidung erläutern und begründen zu lassen; danach gab es eine Pressekonferenz mit dem Oberbürgermeister und dem Projektteam. Als bedeutendstem Bürger-Resonanzgremium wurde die Entscheidung dann dem Beirat Wettbewerblicher Dialog mitgeteilt und ihm die Hintergründe ausführlich dargelegt. Die 140 Beiratsmitglieder sind Vertreter aus Politik, Kultur und Wirtschaft, von Vereinen, Interessengemeinschaften und gemeinnützigen Institutionen.
Nach der Entscheidung dankte der Oberbürgermeister den beiden Projektleitern Wettbewerblicher Dialog, Martin Bieberle und Carl Edward Günther, und lobte das Engagement des gesamten Projektteams.
Zu den stadtinternen Mitgliedern des Teams zählen:
Martin Bieberle - Leiter Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice und Projektleiter Wettbewerblicher Dialog, Carl Edward Günther - Geschäftsführer BAU Projekt Hanau GmbH und ebenfalls Projektleiter Wettbewerblicher Dialog, Hans- Ulrich Weicker - Leiter Stadtplanungsamt,
Holger Kreuzer - Projektbüro Wettbewerblicher Dialog,
Martin Hoppe - Stadthistorie und Stadtidentität,
Beate Schwartz-Simon, Leiterin der Stadtbibliothek,
Gerhard Wrase und Karl Seegmüller - Lokale Nahverkehrsorganisation GmbH,
Hiltrud Herbst - Leiterin Eigenbetrieb Immobilien und Baumanagement,
Sabine Hengster - Untere Denkmalschutzbehörde Bodendenkmalpflege,
Simone Zapke, Leiterin Fachbereich Bauaufsicht, Denkmal- und Umweltschutz.
Externe Experten des Teams sind:
Dr. Olaf Otting und Dr. Udo H. Olgemöller - Gleiss Lutz Rechtsanwälte,
Dipl.-Ing. Bernd Schwab und Dipl.-Ing. Marcus Hergenröther - RKS Ingenieurgesellschaft mbH,
Prof. Kunibert Wachten - Scheuvens + Wachten,
Marion Schmitz-Stadtfeld und Denis Hofmann - NH ProjektStadt,
Steffen Ball - BALL : COM Communications GmbH,
Edwin Mayer und Harald Burkhardt - Habermehl + Follmann,
Stefan Gortan und Sebastian Mahrenholz - CIMA,
Volker Blees - Büro für Verkehrslösungen.
Der Wettbewerbliche Dialog:
Im Mittelpunkt des Wettbewerblichen Dialogs steht die nachhaltige Innenstadtentwicklung Hanaus - mittels eines Vergabeverfahrens, das den kreativen Planungsprozess und die Realisierung zusammenbringt. Grundlage für den Dialog ist eine räumliche und zugleich inhaltliche Definition der Stadtentwicklungsziele, die in der Ausschreibung für alle Wettbewerbsteilnehmer abgebildet sind. Dabei gilt es, neben der Entwicklung von Einzelhandelsflächen in der Innenstadt weitere innenstadtrelevante Fragestellungen zukunftsorientiert zu lösen.


