Das Zielband schon vor Augen

Investoren haben nun 22 Tage Zeit für die finalen Angebote

Hanau, 19. April 2010 - Das Ziel ist schon in Sichtweite: Beim Wettbewerblichen Dialog zur Entwicklung der Hanauer Innenstadt setzt man zum Endspurt an. Der Magistrat der Stadt Hanau hat heute in einer ganztägigen Klausurtagung die Verhandlungsphase beendet und fordert die Investoren nun auf, die finalen Angebote zu erstellen. „Der Wettbewerbliche Dialog ist erfolgreich durchverhandelt", freut sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die beiden verbliebenen Investoren 3W/ING und HBB lassen dem Magistrat nun in den kommenden Wochen ihre verbindlichen Angebote zukommen. Die Realisierung rückt näher, die Spannung steigt: Am 25. Mai fällt der Magistrat den Entschluss, wessen Entwurf er der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung am 31. Mai vorschlägt.

In seiner heutigen Klausurtagung setzte der Magistrat den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 7. Dezember um. Dieser Beschluss sah vor, die Verhandlungsphase des Wettbewerblichen Dialogs am 19. April zu beenden. Gleichzeitig läutete der Magistrat damit die nächste Phase ein, in der die beiden verbliebenen Investoren die verhandelten Verträge nun individuell bepreisen und in verbindliche Angebote umsetzen.
„Die mit den Investoren reflektierten Vertragsentwürfe stehen", so Martin Bieberle, Leiter Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice. Die Investoren werden heute aufgefordert, auf der Grundlage der verhandelten Entwürfe Angebote mit vollständigen Anlagen und den wirtschaftlichen Kennziffern abzugeben. Bis zum 10. Mai ist Zeit für die Erarbeitung dieser Angebote. Danach werden die Verträge mit den dazugehörigen Angeboten ausgewertet.
„Nach zwei Jahren nähern wir uns jetzt mit Riesenschritten der Entscheidung." Damit macht Oberbürgermeister Claus Kaminsky klar, dass man beim Wettbewerblichen Dialog jetzt schon das Zielband vor Augen hat. Somit steht einer planmäßigen Entscheidung über den Sieger am 25. Mai nichts mehr im Wege - und zwar genau nach dem „Fahrplan", der mit dem Präsidium der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt worden war.
Gemäß Terminplan werden dem Haupt-, Finanz-, Bau-, Struktur- und Umweltausschuss am 12. Mai die wesentlichen Vertragsinhalte öffentlich vorgestellt. Dabei erhalten die Gremiumsmitglieder einen bieterunabhängigen Überblick. Auch sind Einzeltermine für die Fraktionen vorgesehen: Sie bekommen die Vertrags-Architektur und die wirtschaftlichen Eckdaten der Verträge auf Wunsch vom Projektteam der Stadt erläutert. „Durch diesen umfangreichen Informationsfluss wird es dann einfach sein, die Angebote der Investoren endgültig auf Grundlage der umfangreichen Bewertungsmatrix zu beurteilen", meint Martin Bieberle.

Den Magistrat durch Vorträge in Kenntnis gesetzt

Das Projektteam, das sich aus Vertretern der Stadt und externen, beratenden Experten zusammensetzt, stellte dem Magistrat in der heutigen Klausur die Themen vor, die in den vergangenen Wochen Gegenstand der Verhandlungen waren - von der Kaufpreiserwartung über das Wiederkaufsrecht bis hin zu Mietpreisen. Rechtsanwalt Dr. Olaf Otting, Partner der Kanzlei Gleiss Lutz, ging auf die Vertragsarchitektur ein. Hans-Ulrich Weicker, Leiter des Stadtplanungsamtes, beleuchtete das Bebauungsplanverfahren. Edwin Mayer, Geschäftsführer der Habermehl & Follmann Ingenieurgesellschaft mbH, erläuterte die Verkehrsuntersuchungen, während der Verkehrsplaner der Hanauer Nahverkehrsorganisation Karl Seegmüller den provisorischen Zentralen Omnibus-Bahnhof vorstellte. Bernd Schwab von der RKS Ingenieurgesellschaft erklärte dem Magistrat die funktionale Baubeschreibung und die Terminplanung. Marion Schmitz-Stadtfeld, Leiterin Fachbereich integrierte Stadtentwicklung bei der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte (NH Projektstadt), stellte das integrierte Handlungskonzept dar.
Bevor über das Gehörte diskutiert und beraten wurde, erzählte Martin Hoppe vom Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice noch die Geschichte des Freiheitsplatzes und berichtete über die Probebohrungen, die im März durchgeführt wurden. „Dem gesamten Verhandlungsteam war heute die Erleichterung anzumerken, dass die Arbeit der letzten Monate so erfolgreich abgeschlossen werden konnte", stellt Oberbürgermeister Kaminsky fest. Immerhin war mit den Investoren seit November des vergangenen Jahres gerungen worden.
Nun sind erst einmal alleinig die Investoren an der Reihe. Der Magistrat ist dann erst wieder am 25. Mai gefragt, wenn er als Vergabestelle den Gewinner des Wettbewerblichen Dialogs auswählt und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorschlägt. Dieses Gremium hat dann am 31. Mai das allerletzte Wort.

Auch nach der Siegerehrung geht es konsequent weiter

„Natürlich wird in den kommenden Wochen die Spannung und Aufregung überall spürbar sein", blickt Kaminsky voraus. „So wie in jedem anderen Wettbewerb, in dem Sieger gekürt werden." Dennoch wird ein entspanntes Zurücklehnen für die Verantwortlichen auch nach dem Ende des Wettbewerblichen Dialogs kein Thema sein. „Wir gönnen uns keine Pause", macht der Oberbürgermeister klar, „und arbeiten konsequent an der Realisierung unserer neuen Innenstadt weiter." Die Liste der kommenden Themen ist lang: Abstimmung mit der Landesdenkmalbehörde in punkto historische Funde am Freiheitsplatz, Bildung von Beiräten für die Projekte „Verkehr", „Anwohner Freiheitsplatz", „Kommunikationskonzept", sowie „Gestaltung des öffentlichen Straßenraums". Die Arbeit wird den Verantwortlichen also auch nach der „Siegerehrung" nicht ausgehen.