Auswahlentscheidung Wettbewerblicher Dialog:
Hanau geht mit 3W/ING und HBB in die nächste Phase
Hanau, 26. Oktober 2009 - Der Wettbewerbliche Dialog zur Entwicklung der Hanauer Innenstadt geht in die nächste Runde. Der Magistrat der Stadt Hanau hat gestern eine weitere, wichtige Entscheidung getroffen. Nach intensiver Beratung kam das Gremium einstimmig zum Entschluss, den wettbewerblichen Dialog wie geplant mit nur mehr zwei Investoren fortzuführen. „Die Entscheidung ist zugunsten der Bewerber 3W/ING und HBB ausgefallen", erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Damit wird der Lösungsvorschlag von ECE nicht weiter verfolgt. Kaminsky bedankte sich ausdrücklich bei den drei Investoren, die alle hervorragende Entwürfe für das neue Hanau vorgelegt hätten.
Bei der jetzigen Auswahlentscheidung standen erneut vor allem städtebauliche Aspekte im Vordergrund. In mehreren Dialogrunden mit der Stadt mussten die Investoren und ihre Städteplaner die über die Ausschreibung und die Bewertungsmatrix festgeschriebenen Anforderungen an inhaltliche und räumliche Handlungsschwerpunkte erfüllen. „Zusätzlich haben wir jetzt eine vergleichende Bewertung der Lösungsvorschläge unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchgeführt", so der Oberbürgermeister.
Der Lösungsvorschlag von ECE wurde nun als weniger vorteilhaft bewertet als die Entwürfe und Planungen der von 3W/ING und HBB. „Hätte die Stadt Hanau ausschließlich den Entwurf von ECE auf dem Tisch gehabt, hätten wir mit ECE realisiert. Denn auch mit dieser Lösung wäre die Stadt Hanau signifikant besser aufgestellt als heute", so Kaminsky, und ergänzt: „Das Bessere ist aber der Feind des Guten."
Wesentliche Erwägungen bei der Entscheidung des Magistrats waren, dass die Einzelhandelsentwürfe und die geplante Bebbauung des Freiheitsplatzes durch ECE in geringerem Maße dem gewünschten Charakter eines extrovertierten Einkaufszentrums entsprachen. Zudem wurden die Planungen von 3W/ING und HBB als vorteilhafter beispielsweise bei der Scharnierfunktion des Freiheitsplatzes zwischen Alt- und Neustadt bewertet.
In den vergangenen Tagen und Wochen war das Dialogteam der Stadt, bestehend aus internen und externen Experten, im intensiven Dialog mit den Investoren und Planern. „Ziel der sogenannten Vertiefungsworkshops mit den Bewerbern war die Optimierung ihrer Entwürfe. Dabei ging es vor allem um die Bereiche Städtebau, Einzelhandel, Verkehr, Kultur und Wohnen", sagt Martin Bieberle, Leiter Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice der Stadt Hanau.
Der wettbewerbliche Dialog wird von der Stadt mit unverminderter Geschwindigkeit und einem hohen Maße an Verfahrenstiefe fortge-führt. Noch in dieser Woche erhalten die verbliebenen Investoren die Einladung zu Vertragsgesprächen mit der Stadt. In der nun folgenden Dialogphase werden Verträge ausgehandelt und die Wirtschaftlichkeit der verbleibenden Entwürfe en detail geprüft. Am 7. Dezember dieses Jahres entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über die Einleitung der Angebotsphase. Noch im Jahr 2010 soll der Baubeginn für das neue Hanau sein.
OB Kaminsky bedankte ausdrücklich für die von den Bürgern der Stadt Hanau intensiv geführte öffentliche Debatte zu den Entwürfen der Investoren: „Ich bin fest davon überzeugt, dass all diese Diskussionen der vergangenen Woche und Monate die Sinne geschärft und der Dialog mit den Bewerbern zu besseren Planungen geführt hat." Dabei hob der OB auch die Bedeutung des Beirats wettbewerblicher Dialog hervor. Der 140-köpfige Beirat, bestehend aus Vertretern von Politik, Kultur und Wirtschaft, von Vereinen, Interessengemeinschaften und gemeinnützigen Institutionen, hat sich in der vergangenen Woche erneut mit den veränderten Planungen der Investoren auseinandergesetzt.


