Stadtquartier um die Wallonisch-Niederländische Kirche

Platz_der_WN_Kirche_klein_thViel war nicht übrig, als nach dem Krieg der Wiederaufbau des stark zerstörten Hanau begann. An der Französischen Allee entstanden die ersten 200 Wohnungen der Baugesellschaft Hanau. Das Wichtigste war damals, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Heute bedeuten die eigenen vier Wände sehr viel mehr als nur ein Dach über den Kopf. Grund genug für die Stadt und die Baugesellschaft Hanau, das Quartier an der Wallonisch-Niederländischen Kirche im Rahmen des Wettbewerblichen Dialogs neu zu gestalten und somit aufzuwerten.
Einfache Nachkriegsbauten und parkende Autos beherrschen das Bild dieses historischen Quartiers. Nicht umsonst ist seine Neugestaltung eine der Pflichtaufgaben im Wettbewerblichen Dialog. Was kommt? An der Westseite werden die Nachkriegsbauten einer Neubebauung weichen. An der Ostseite werden die Häuser saniert, aktuell machen sich die Projektplaner Gedanken über eine denkmalgerechte Fassadengestaltung und ein Stellplatzkonzept. Zudem entsteht eine Grünanlage als kleines Naherholungsgebiet mitten in der Stadt. Wie der gesamte Grundriss der Neustadt ist auch die bauliche Anordnung in diesem Quartier denkmalgeschützt; die Umgestaltung darf und wird die historischen Belange nicht aus den Augen verlieren.
„Die Wallonisch-Niederländische Kirche ist ein bedeutendes Baudenkmal. Dem sollte die umliegende Bebauung auch Rechnung tragen", äußert sich Jens Gottwald. Das Unternehmen ist Eigentümer von zahlreichen Wohngebäuden im Stadtquartier. Sanierung von Teilen des maroden Quartiers, Abriss in anderen Teilen, Reorganisation des Wohnraums, mehr Grünflächen und Bäume - das sind die Lösungen, die in den kommenden Monaten an der Wallonisch-Niederländischen Kirche durchgesetzt werden.
Das Westkarree, also die Häuser im westlichen Teil der Hahnenstraße, an der Steinheimer Straße, an der Altstraße und im westlichen Teil der Französischen Allee, wird abgerissen, da hier eine Sanierung nicht wirtschaftlich ist. „Der Leerzug ist bis Ende 2011 geplant", blickt Jens Gottwald in die Zukunft und hofft, dass der Zeitplan aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit mit den Mietern auch weiterhin eingehalten werden kann. Die Baugesellschaft hat sich mit einem Sozialplan verpflichtet, sich finanziell an den anstehenden Umzügen zu beteiligen. „Die Mitarbeiter haben für jeden ein offenes Ohr und suchen für jeden Mieter eine passende Lösung", so Gottwald. Solche Lösungen sind nicht immer ohne Kompromisse möglich. „Die Baugesellschaft Hanau versichert aber, dass sie gegenüber den Mietern auch weiterhin ihre volle Verantwortung wahrnehmen wird", so Jens Gottwald. Andere Bereiche werden saniert oder neu strukturiert. An der Calvinstraße ist ein Neubau in Planung und das Ostkarree soll beispielsweise saniert werden. Die Gebäude an der Schützenstraße, im östlichen Teil der Hahnenstraße und auf der Ostseite der Französischen Allee sollen neue, denkmalgerechte Fassaden erhalten. „Diese rahmen den größten Quartierspark der Stadt", so der Geschäftsführer der Baugesellschaft Hanau.