Neustädter Markt

Hier pulsiert das Leben - und gleichzeitig wird er ein Platz, an dem die Stadt Atem holen kann. Wochen- und Weihnachtsmarkt finden hier auch in Zukunft statt. Die Neugestaltung aber belebt diesen Ort, der ein steinerner Platz bleiben soll, noch mehr. Das oberste Ziel lautet: freie Blickbeziehungen aus den Straßen. Denn durch zahlreiche Platzaufbauten und technische Anlagen kommt dieses lebhafte Zentrum Hanaus aktuell nicht richtig zur Geltung. Die Pavillons an den Platzecken werden verschwinden und die Gestaltung der technischen Anlagen optimiert. Großen Raum nimmt bei den stadtplanerischen Überlegungen die „gastronomische Fassung" des Platzes ein. So wird an der Ostseite des Platzes ein Pendant zum Café Central entstehen und das Rathaus wird über entsprechende Gastronomie im Foyer mehr an den Platz angebunden. Dabei unterliegen alle Maßnahmen strengen Denkmalschutzaspekten.

Hanauer Architekturbüros legen konkrete Pläne für die Neugestaltung des Marktplatzes vor

Perspektive_Hanau_Marktplatz1_AIP-1Attraktivität erhöhen und Belebung schaffen - so lautete die Aufgabe für die Hanauer Architekturbüros Arbeitsgemeinschaft Integrierte Planung GmbH (AIP) und Clormann, Neis, Krebs (CNK). In einer Machbarkeitsstudie beschäftigten sie sich mit der Neugestaltung des Marktplatzes, wobei CNK sich auf die Aufwertung des Ensembles aus Neustädter Rathaus und dahinterliegendem Verwaltungsneubau konzentrierte.
Der zuständige Architekt Rainer Krebs berichtet: „Schlüsselelement ist der Wunsch der Stadt Hanau: eine neue Gastronomie auf der gesamten Foyerfläche des historischen Rathauses." Voraussetzung ist allerdings, dass die benötigte Fläche für Ausstellungen, die jetzt im Foyer untergebracht sind, in das Literaturquartier am Freiheitsplatz integriert wird. Nutzbar sind rund 390 Quadratmeter, das entspricht etwa der Fläche des Café Central. Stefan Gebauer, Betreiber des Café Central, sieht die Planungen positiv: „Die Stadt hat erkannt, dass der Marktplatz noch enorme gastronomische Möglichkeiten bietet. Die Erweiterung des Angebots ist aus meiner Sicht genau der richtige Schritt. Vor allem für das Abendgeschäft sehe ich zusätzliches Potenzial und ich freue mich darauf, mich dem neuen Wettbewerb zu stellen."
Nun geht es darum, für die in den oberen Stockwerken liegenden Räume und Säle einen neuen Eingangsbereich zu schaffen, denn durch die zukünftige Gastronomie in der Halle fallen die Zugänge zu diesen Räumlichkeiten weg. Grundidee der Architekten: den Platz zwischen historischem und neuem Rathaus zu einem eigenständigen Rathausplatz aufzuwerten und dorthin auch den neuen Eingang zu legen. Die prägnante Freistellung des Neustädter Rathauses bleibt dabei erhalten bzw. wird noch stärker herausgearbeitet.
Am Marktplatz selbst drehen sich die Gestaltungsvorschläge um die West- und die Ostseite des Platzes. „Die vorhandenen Gebäude auf der Westseite - Café Central mit Zeitungsladen sowie neue Zugänge zur Tiefgarage und Fahrradstellplätze - werden durch ein filigranes Dach auf schlanken Stützen miteinander verbunden", erklärt Ulrich Wagner, verantwortlicher Architekt bei AIP. „Für die Ostseite übernehmen wir diese Gestaltung, spiegeln sie also auf die gegenüberliegende Seite, und erhalten so einen klar gefassten, symmetrisch angelegten Platz."
Blumen Rothmeier sowie der Kiosk Am Markt bleiben erhalten, hinzu kommt eine Gastronomie, die mit 400 Quadratmetern etwas größer als das Café Central ist. Laut Stadt könnte mit den vorbereitenden Arbeiten schon gegen Ende des Jahres begonnen werden.