Bodenuntersuchung

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So mancher witterte schon Sensationsfunde, als die Baggerschaufel im September 2010 am Freiheitsplatz auf Mauerreste, Pflaster- und Grabenreste aus dem 15. bis 19. Jahrhundert stieß. Doch was sich dort fand, war wenig sensationell. So entpuppte sich der aus Basalt und Sandstein gemauerte „Turm" etwa bald als Kanalisationsschacht um 1850. An Kleinfunden traten Keramikscherben, einige Murmeln, Glasteile, ein Pfennig und ein Hufeisen ans Tageslicht.
Bei einem Blick in die Hanauer Geschichte verwundert das nicht, denn die gefundenen Mauern waren die Reste der Fundamente der Hanauer Altstadtbastionen, die Anfang des 16. Jahrhunderts vor die eigentliche Mauer der Altstadt Hanau gesetzt wurden. Erbprinz Wilhelm ließ sie Ende 18. Jahrhunderts schleifen, das heißt niederreißen und einebnen. Er wollte statt der Bastion ein fürstliches Forum mit mehreren Gebäuden anlegen, ließ alles abbauen und verkaufen, was nicht niet- und nagelfest war. Der Graf von Hanau hinterließ die Mauerreste besenrein, bevor er sie zuschütten und planieren ließ, um Parade und Esplanade anzulegen. Und sorgte schließlich dafür, dass man bei den Ausgrabungen im Herbst 2010 nur noch deren Fundamente vorfand.
Mauerstücke und Teile des mittelalterlichen Straßenrests gehen beim Stadtumbau nicht verloren. Sie werden in Absprache mit den Denkmalschützern hinter Glas in sogenannte archäologische Fenster verpackt oder auf dem Platz aufgebaut. So können Passanten am Freiheitsplatz jederzeit einen Blick in die Geschichte ihrer Stadt werfen. Ausgewählte Kleinfunde sollen nach ihrer Restaurierung im neu entstehenden Portal Stadtgeschichte der Stadtbibliothek zu besichtigen sein.