Der WD brachte uns das modernste Kino der Region

Neues Parkhaus soll ab Samstag mit zwei Ebenen in Betrieb gehen

"Dass sich Hanau heute über das modernste Kino in der Region freuen kann, ist zwar unbestritten ein Glücksfall. Es ist aber nicht einfach nur Glück gewesen, dass es hier gebaut wurde, sondern das Ergebnis unseres konsequenten Wegs in Sachen Innenstadtumbau", erinnert Oberbürgermeister Claus Kaminsky daran, dass der neue Filmpalast der erste realisierte und damit greifbare Baustein aus dem Wettbewerblichen Dialog ist, und unterstrich damit gleichzeitig die städtebauliche Bedeutung des neuen Kinos, das vergangene Woche sein Pforten öffnete und seither bereits mehrere Glanzpunkte im Hanauer Veranstaltungskalender gesetzt hat. Denn der Bau eines Kinos gehörte seinerzeit zu den Pflichtaufgaben, die die Stadt im Rahmen des anspruchsvollen Vergabeverfahrens festgeschrieben hatte.

Auch wenn ursprünglich in dem Siegerentwurf von HBB ein anderer Standort vorgesehen war, dürfe nicht übersehen werden, stellt Kaminsky fest, dass ohne die mit dem WD begonnene Innenstadtentwicklung ein neues Kino dieser Güte für Hanau praktisch unvorstellbar gewesen wäre. Ganz im Sinne des Sprichworts "das Bessere ist des Guten Feind" sei es deshalb eine gute und kluge Entscheidung gewesen, nicht auf dem zunächst geplanten Standort zu beharren, als sich die Chance ergeben habe, gemeinsam mit dem Darmstädter Traditionsunternehmen Kinopolis auf dem Areal der früheren Pedro-Jung-Schule sehr viel schneller das von vielen Bürgerinnen und Bürgern gewünschte Projekt zu realisieren. "Es hätte uns nicht vorangebracht, wenn wir weitere Jahre darüber fabuliert hätten, wo ein Kino vielleicht auch anzusiedeln wäre, wenn über diese wenig einträglichen Diskussionen die Gelegenheit verstrichen wäre, tatsächlich eines zu bekommen."

Die gute Resonanz, die das neue Multiplex mit seinen acht Sälen und rund 1.100 Plätzen gleich in den ersten Tagen gefunden hat, sorgte an anderer Stelle für weniger angenehme Begleiterscheinungen: "Besetzt" - diese eher ungewohnte Meldung am Parkhaus "Steinheimer Straße" hat in den vergangenen Tagen den einen oder anderen Autofahrer überrascht, doch das Publikum des neuen Kinopolis-Filmpalastes hat für eine bisher eher selten erreichte Auslastung der rund 250 zur Verfügung stehenden Parkplätze gesorgt. Auch für möglicherweise entstehende Staus auf den Zu- und Abfahrten der Parkdecks wirbt Hanaus OB um Entgegenkommen der Nutzer. "Die erhöhte Frequenz kann auch in den nächsten Tagen noch zu dem einen oder anderen Engpass führen, doch vom kommenden Samstag an sollen mindestens zwei Ebenen des neuen Kino-Parkhauses nutzbar sein und so für spürbare Entlastung sorgen," hofft Kaminsky auf Verständnis dafür, dass sich die Fertigstellung des neuen Parkhauses verzögert hat.

Rund 1,6 Millionen Euro hat die Hanauer Parkhaus GmbH als städtische Tochtergesellschaft investiert, um auf dem Gelände der ehemaligen Hauptfeuerwache ein neues Parkhaus mit sieben gegeneinander versetzten Halbetagen rund 200 Stellplätze zu schaffen. Zwei Ein- und Ausfahrten werden dort dafür sorgen, dass auch zu Stoßzeiten der Verkehr zügig abfließen kann. Eine spezielle Tarifgestaltung für das Kino-Publikum macht das Parken außerdem besonders attraktiv: wer eine Kinopolis-Vorstellung besucht, kann sein Auto vier Stunden lang für eine Pauschal-Gebühr von einem Euro unterstellen.