„Mehr Kino geht nicht“

Magistrat ebnet Weg für neuen Filmpalast in Hanau

Hanau, 29. November 2010 - "Mehr Kino geht nicht" - mit diesem Versprechen tritt das traditionsreiche Familienunternehmen Kinopolis ab Spätherbst 2011 auch in Hanau an und sorgt gleichzeitig dafür, "dass eingefleischte Cineasten nicht länger ins Umland ausweichen müssen, sondern in der Brüder-Grimm-Stadt alles geboten bekommen, was der Kinomarkt hergibt," so Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Montag, nachdem der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung mit drei Beschluss-Vorlagen die Basis geschaffen hatte, dass das Großprojekt zügig in Angriff genommen werden kann. Wie Kaminsky im Rahmen der Magistratspressekonferenz erläuterte, erhielten sowohl die Bauleitplanung "Kinoquartier" als auch der Verkauf der Fläche an den künftigen Betreiber und der Straßenumbau im Bereich "Am Steinheimer Tor" die Zustimmung des Gremiums. Mit diesen Entscheidungen wurde auch der Weg geebnet, dass mit dem neuen Filmpalast das erste Projekt aus dem Wettbewerblichen Dialog Gestalt annehmen kann.

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Einen neuen Kinostandort in Hanau zu finden, gehörte zu den optionalen Vorgaben des Wettbewerblichen Dialogs. Der städtebauliche Entwurf des erfolgreichen Bieters HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH hatte dafür ursprünglich den Bereich zwischen Nordstraße und Rappengasse vorgesehen. Eine Realisierung an diesem Platz ist jedoch kurzfristig nicht möglich, da die notwendigen Grundstücke hier nicht schnell genug verfügbar wären. Flexibilität haben jedoch alle Beteiligten bewiesen, als sich das Gelände der Pedro-Jung-Schule als echte Alternative herauskristallisierte. Denn die Verträge zwischen Stadt und HBB erlauben auch die Realisierung an einem vergleichbaren Alternativstandort.

Seit der Umsiedlung des Schulbetriebs in das neue Förderzentrum in Wolfgang stehen die Gebäude in Hanau leer. Einem Neubau, wie ihn die Kinopolis Management Multiplex GmbH auf diesem Areal plant, steht praktisch nichts entgegen. Die deutschlandweit agierenden Kinobetreiber, die heute bereits an 15 Standorten zeitgemäße Kinotechnik bieten, wollen jetzt auch in Hanau ein Multiplex-Kino mit acht Sälen und insgesamt rund 1.100 Sitzplätzen errichten. Eröffnungstermin soll bereits im Spätherbst 2011 sein, kündigte Dr. Gregory Theile an. Der Geschäftsführer von Kinopolis attestierte dem Standort in der Brüder-Grimm-Stadt eine hohe Attraktivität. Für die Entscheidung spreche zudem die Tatsache, dass das Gelände über wichtige Pluspunkte wie eine fußläufige Erreichbarkeit aus der Innenstadt bei gleichzeitig verkehrsgünstiger Lage für Besucher aus dem Umland verfüge.

Wegen der geplanten Kinoeröffnung bereits im kommenden Jahr steht nach den Worten von Oberbürgermeister Kaminsky nur ein enges Zeitfenster zur Verfügung, um die notwendigen baurechtlichen Grundlagen zu schaffen. Daher wurde das schnellstmögliche Verfahren nach dem Baugesetzbuch gewählt und der Aufstellungsbeschluss mit dem Offenlagebeschluss verbunden, der mit der jüngsten Magistratsentscheidung nun auf den Weg durch die Gremien gebracht wurde. Die Stadtverordnetenversammlung wird sich mit dem Projekt in der Dezember-Sitzung beschäftigen. Mit diesem Verfahrensablauf und dank einer intensiven Vorabstimmung, die bereits in den letzten Wochen mit relevanten Fachstellen und Trägern öffentlicher Belange stattfand, könne sichergestellt werden, so der OB, dass die Eröffnung wie geplant Ende 2011 stattfinden könne.

Unmittelbar neben dem künftigen Filmpalast soll nach dem Umzug der Feuerwehr im Juni nächsten Jahres in Regie der Hanauer Parkhaus GmbH ein weiteres öffentliches Parkhaus mit rund 220 Parkplätzen errichtet werden. Diese Lösung habe sich im Vergleich mit der ersten Überlegung, das bestehende Parkhaus am Steinheimer Tor aufzustocken, als besser erwiesen. Wie Kaminsky ergänzte, sprechen sowohl wirtschaftliche Gründe als auch eine leichtere Lenkung der erwarteten Verkehrsströme für diese Variante. Denn zur optimalen Anbindung des neuen Parkhauses würden eine neue Links- wie auch eine Rechtsabbiegerspur ausgebaut, so dass der fließende Verkehr von den Kinobesuchern möglichst wenig gestört wird.

Ein begleitender Geh- und Radweg sowie ein Grünstreifen mit einer Alleebepflanzung entlang dieser Straße werden nach Worten von Stadtrat Axel Weiss-Thiel außerdem dafür sorgen, dass sich das die gesamte Erschließungssituation für die Südliche Innenstadt verbessert und das städtebauliche Erscheinungsbild dieses Innenstadtbereichs entscheidend aufgewertet wird. Die Kosten für diese Maßnahme bezifferte Weiss-Thiel mit 410.000 Euro.