Keine Sommerpause für den Wettbewerblichen Dialog
Intensive Vorarbeiten liefern wichtige Daten für Realisierungsphase
Hanau, 28. Juli 2010 - Organisationsstrukturen für die Projektabwicklung erarbeiten, Baurecht schaffen oder auch gestalterische Detailplanungen in Angriff nehmen - für den Wettbewerblichen Dialog gibt es auch in diesem Jahr keine Sommerpause. "Der Abschluss des Ausschreibungsverfahrens war ja kein Ende, sondern vielmehr der Startschuss für den Prozess, der unsere gesamte Innenstadt erfassen und attraktiver machen wird", macht Oberbürgermeister Claus Kaminsky deutlich, dass die eigentliche Arbeitsphase jetzt erst losgeht. Auch auf das in der Öffentlichkeit angekündigte Bürgerbegehren und die damit möglicherweise verbundene Verzögerungen brauche man nun, nachdem die Frist verstrichen sei, ohne das die erforderliche Zahl an Unterschriften vorliege, nicht länger abwarten.
An der Spitze der Prioritäten stehen nach Kaminskys Worten derzeit die Bauleitplanungen, die für das Areal am Freiheitsplatz benötigt werden. Immerhin birgt der Freiheitsplatz zwischen Alt- und Neustadt das wichtigste Entwicklungspotential und ist damit Dreh- und Angelpunkt für die künftige Innenstadtgestaltung. Auf der Basis der Beschlüsse von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Entwicklung Freiheitsplatz", die noch vor der Sommerpause gefasst wurden, müssen jetzt die erforderlichen Unterlagen erstellt und alle Untersuchungen angestoßen werden, die das Baurecht einfordert. In enger Abstimmung mit der Stadt arbeitet das Lübecker Unternehmen HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft die Liste der Aufgaben ab, die unter anderem auch die Fragen des Denkmalschutzes, des Verkehrs, der Lärmbelastung und der Grünbilanz umfasst.
Sehr viel weitreichender als für die aktuelle Freiheitsplatz-Planung erforderlich, hat sich HBB der Parkflächen-Ermittlung in der Brüder-Grimm-Stadt zugewandt. Hier wird derzeit nicht nur der schon heute vorhandene Parkraum am Freiheitsplatz erfasst, sondern in die Betrachtung fließt die gesamte Innenstadt ein, um für spätere Projektschritte mit entsprechendem Datenmaterial gerüstet zu sein. Auf dem Freiheitsplatz werden nach den Sommerferien dann auch wieder die Bagger auftauchen und einmal mehr sichtbar im öffentlichen Straßenraum an den Wettbewerblichen Dialog erinnern: den ersten Voruntersuchungen, Bohrungen und Oberflächen-Schürfungen im vergangenen Februar sollen noch im Sommer weitere Analysen folgen, um die vorhandenen Daten zu ergänzen. Die eigentlichen archäologischen Grabungen, so sehen es die Planungen derzeit vor, sollen begleitend erfolgen, wenn die Bauarbeiten auf dem Freiheitsplatz beginnen. Um die einzelnen Verfahrensschritte mit den Archäologen abzustimmen, steht die Stadt in engem Kontakt mit dem Landesamt für Denkmalpflege.
Wichtige Gestaltungsfragen bearbeitet ein weiteres, derzeit laufendes Projekt, das sich der Verfeinerung des von HBB erstellten Lösungskonzeptes für die neue Innenstadt widmet. Ein Augenmerk der Planer liegt dabei auf der Frage, mit welchen Gestaltungselementen und -details künftig die Achse der fünf Plätze zwischen Congress Park Hanau und Wallonisch-Niederländischer Kirche spürbar herausgearbeitet und ein Zusammenhang hergestellt werden kann. Ähnlich soll auch das Erscheinungsbild des Wohnquartiers an der Französischen Allee harmonisiert werden, indem bei der Gestaltung des Neubaus des Westcarrés auf das zukünftige Erscheinungsbild des zu sanierenden Ostcarrés Bezug genommen wird.
Die frühe und intensive Auseinandersetzung mit Fragen der Gestaltung trägt nach Kaminskys Worten dem Wissen Rechnung, dass ein Stadtbild nicht nur von Gebäuden und Einrichtungen mit ihren verschiedenen funktionalen Aufgaben lebt, sondern dass es die Details wie Aussehen, Struktur, Form und Anordnung sind, die die Atmosphäre einer Stadt ganz wesentlich prägen und darüber mitentscheiden, wie wohl sich die Menschen in einer Umgebung fühlen.
Dabei hat die Stadtplanung einen neuen Weg gewählt, um die Idealvorstellungen und Vorlieben der Bürgerinnen und Bürger in Sachen Stadtgestaltung zu ermitteln. Oberbürgermeister Kaminsky hatte zum Start der Sommerferien allen Hanauerinnen und Hanauern die Bitte mit auf den Weg in den Urlaub gegeben, überall dort, wo ihnen ein Platz besonders gut gefällt oder ein Detail im öffentlichen Straßenraum positiv auffällt, dies mit einem Foto zu dokumentieren und dieses Bild als Anregung an die Stadt Hanau zu senden. Bisher war die Resonanz noch verhalten, doch der OB hofft darauf, dass am Ende der Ferienzeit noch mehr Fotos von Plätzen, Häusern und Straßen oder auch Detailaufnahmen von Straßenlaternen, Papierkörben oder Bushaltestellen im elektronischen Postfach Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. eingegangen sind.
Im Herbst, so kündigt der OB schließlich an, werden die verschiedenen Planungsschritte auch wieder den Beirat, die städtischen Gremien und nicht zuletzt die Menschen dieser Stadt beschäftigen. "Die öffentlichen Ausschuss-Sitzungen bieten dann allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern eine gute Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand des Wettbewerblichen Dialogs zu informieren."

